von

der tod des künstlers

Der Künstler stirbt mit der bewussten und auf das eigene Schaffen fokussierten Applizierung des Wortes Kreativität, denn ein Schöpfer, welcher sich über die eigens missbrauchte Adjektivierung des selbsternannten Titels bewusst ist, die Ambivalenz nicht als solche akzeptiert und infolgedessen ein kämpferisches Engagement anstrebt, wird sich nicht mehr befähigt sehen, diese Kraft im Zuge einer kreierenden Tätigkeit zu investieren. Vielmehr vermag sein Œu­v­re den Rezipienten nicht mehr mit jener Geltung zu überzeugen, die der Schöpfer antizipieren muss, um sich selbst akzeptieren zu können.

Das Attribut der Kreativität ist demnach ein toxisches Konstrukt, erbaut von jenen Architekten, welche die Notwendigkeit eines Bauwerks erdichteten, das ihnen selbst als Anker in einer mit Schöpfung übersättigten Welt gewährt.

Der Unbedachte mag in diesen Worten einen egoistisch inspirierten Narzissmus entdecken, schweige ich doch lieber anstatt mich in meiner liberalen Freiheit des repetitiven Klischees und Beweis der tatsächlichen Repugnanz in der Aussage selbst zu bedienen. Es ist allerdings nicht die Sehnsucht nach Eigenliebe, welche mich dieses Manifest formulieren lässt. Es ist das kolossale Übermaß an vorhandenen Lebewesen, welche sich als etwas sehen, das sie frei sind zu sein, das sie aber nicht vollziehen können solange sie versuchen den Prozess als solchen zu fassen.